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Sybille Briner

Keine Trennung zwischen E- und U-Musik
Zusammen mit dem Jazz-Saxophonisten Gary Wiggins hat sie unter dem Motto „Classic meets Jazz“ vielfach konzertiert. Einem breiten Publikum wurde Sibylle Briner überdies deutschlandweit durch gemeinsame Konzert-Tourneen mit dem  Tenor Björn Casapietra bekannt. Sie begleitete diesen auch bei dem bewegenden Benefizkonzert für die haitianischen Erdbebenopfer, das am 25. Januar 2010 in der Berliner Philharmonie stattfand und bald darauf von Sony Music auf CD veröffentlicht wurde. Und auch mit Casapietras Halbbruder Uwe Hassbecker, Gitarrist der Rockband „Silly“, hat sie schon viele „gernzüberschreitende“ Konzerte abseits des klassischen Terrains bestritten.

Konzertdebut mit 12 Jahren
Mit fünf Jahren erhielt die gebürtige Luzernerin ihren ersten Klavierunterricht am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Zwölfjährig debutierte sie bereits als Solistin mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1, und zwei Jahre später erspielte sie sich den ersten Preis beim Steinway-Wettbewerb in Hamburg. Als 16jährige begann sie  ein Berufsstudium bei Hubert Harry an der Musikhochschule Luzern. 1992 absolvierte sie dort ihr Konzertdiplom „mit Auszeichnung“. Im selben Jahr erhielt sie zudem gleich zwei Preise, den Doktor-Walter-Strebi-Preis und den ersten Preis beim Concorso Musicale Europeo Cità di Moncalieri in Turin.

Ein Stipendium der Dienemann Stiftung Luzern ermöglichte ihr 1993 ein Aufbaustudium an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Klaus Hellwig, das sie 1998 bei Prof. Georg Sava an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ fortsetzte und im Sommer 2001 mit der Bestnote 1,0 summa cum laude abschloss.

Weitere künstlerische Anregungen erhielt sie in Meisterkursen bei Leon Fleisher, Malcolm Farger, Ivan Klansky, György Sebök und Murray Perahia sowie durch Begegnungen mit Vladimir Ashkenazy, Mstislaw Rostropowitsch und Claudio Abbado. Letzterer engagierte sie wiederholt für Konzerte im Rahmen der Berliner Festwochen. Darüber hinaus trat sie solistisch bei etlichen weiteren internationalen Festivals auf, darunter so renommierten wie dem internationalen Musikfestival Davos, den Brandenburgischen Sommerkonzerten, den Internationalen Musikfestwochen Luzern, dem Classic-Open-Air-Festival Berlin und den Turiner Festspielen.

Kammermusik als wichtiges Betätigungsfeld
Neben dem Konzertieren als Solistin mit Orchestern und Dirigenten sowie in Klavier-Recitals bildet die Kammermusik ein weiteres Betätigungsfeld Sibylle Briners, auf dem sie schon mit vielen bedeutenden Musikern zusammengearbeitet hat. Zu nennen wären hier etwa das Mandelring-Quartett, Solisten des Berliner Philharmonischen Orchesters und der Deutschen Oper Berlin oder die Musikerinnen des Hardenberg-Trio. Mit letzteren hat sie auch Werke von Beethoven, Brahms und Schostakowitsch auf CD eingespielt. Gemeinsam mit dem Pianisten Patrizio Mazzola bildet sie das Klavierduo „Bern-Berlin“. Auch mit ihrer Schwester Isabelle Briner, Geigerin des Mahler Chamber Orchestras, konzertiert sie gerne gemeinsam.

Anfang 2003 gab Sibylle Briner im Bechstein Centrum Berlin einen Klavierabend mit überwiegend virtuoser Musik von Bach, Ravel, Gershwin, Strawinsky, Martin, Ginastera und Blacher. Der Mitschnitt dieses Konzerts wurde bald darauf in Form einer CD verfügbar. Dieser Tonträger zeigt deutlich ihre ästhetischen Präferenzen, gilt ihre besondere Liebe doch schon von jeher dem Klavierwerk Johann Sebastian Bachs sowie der Musik des 20. Jahrhunderts, insbesondere solcher, die vom Jazz inspiriert ist. Gelegentlich reichert die Pianistin, die seit ihrem sechsten Lebensjahr immer auch improviert hat – in fast allen Musikstilen zwischen Bach und Erroll Garner – ihre Konzerte mit eigenen Improvisationen an, wie vor ihr schon viele große Pianisten von Liszt bis Gulda.

Für Sibylle Briner gibt es keine grundsätzliche Trennung zwischen E- und U-Musik, ähnlich wie schon Kurt Weill einmal äusserte: „Ich habe niemals den Unterschied zwischen <ernster> und <leichter> Musik anerkannt. Es gibt nur gute und schlechte Musik.“ Und so hat sie auch keine Scheu davor, (gute) Filmmusik von Michael Nyman oder Yann Tiersen in ihre Konzerte einzubauen.

Ausgehend von Jean Echenoz‘ wunderbarem Buch „Ravel“, hat Sibylle Briner gemeinsam mit dem Schauspieler Peter Fitz und dessen Tochter Hendrikje ein musikalisch-literarisches Programm erarbeitet, das den Komponisten Maurice Ravel und sein Werk zum Thema hat. Der enorme Erfolg dieses Programms zeigt, dass das Publikum auch für solche Art erweiterter Konzertform offen ist.

Man darf gespannt sein, welche unerforschten Pfade und Räume Sibylle Briner ihrem Publikum noch erschliessen wird. Eines ist in jedem Fall gewiss: ihre meisterhafte Kunst, die sich durch Präzision und Spontaneität, Virtuosität, Zartheit und Kraft auszeichnet und deren Siegel höchste Qualität ist, wird auch in Zukunft jedes ihrer Konzerte zu einem unvergesslichen Ereignis werden lassen.